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"Im Automuseum lernen Sie die Fahrzeuge etwas näher kennen. So wie man Fremde kennenlernt, von denen man plötzlich erfährt, wo sie herkommen, wie ihr Lebensweg war und wann sie geboren wurden."
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Neueste Geschehen im Automuseum Dr. Carl Benz
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"Mein Traum ist länger als die Nacht"
Wie Bertha Benz Ihren Mann zu Weltruhm fuhr… Buchpremiere im Automuseum Dr. Carl Benz
Im vollbesetzten Museum las die Autorin Angela Elis vor rund 120 Zuhörern aus Ihrem bio-graphischen Roman über das Leben der Bertha Benz.
In einem Vorgespräch mit Angela Elis erzählte Winfried Seidel von dem Tag an dem er An-gela Elis kennen lernte. Damals im Jahr 2005 als seine Biographie unter dem Titel "Benz eine badische Geschichte" erschien, war der Verlag zunächst an ihn herangetreten mit der Frage, ob er bereit wäre ein Buch über Bertha Benz zu schreiben. Ich habe mir das damals nicht zugetraut gestand Seidel. Es gab einfach zu wenige Überlieferungen über Bertha Benz, die eine Biografie hätten rechtfertigen können. Und dann kam diese charmante Dame in´s Haus und erzählte mir, dass Sie dieses Buch schreiben will. Entstanden ist ein biografischer Roman in dem Angela Elis geschickt den Zeitgeist von damals mit den überlieferten Tatsachen ineinander fließen lässt. Dabei ist das Buch allerdings nicht frei von eigenen Interpretationen. So zum Beispiel bei der legendären Fernfahrt der Bertha Benz von Mannheim nach Pforzheim. Bertha Benz gibt später zu Protokoll, dass Sie ohne Wissen Ihres Mannes gefahren ist und auch Eugen, der zusammen mit Richard damals im Jahr 1888 mit auf dem Wagen saß, sagt später "der Vater hatte das nie erlaubt." Angela Elis bezieht den Vater in das Komplott ein. Im Roman schickt er seine Frau auf die Reise um zu verhindern, dass behördliche Repräsentanten die 1. Überlandfahrt mit einem Automobil abrupt beenden. An einer anderen Stelle schlugen plötzlich Flammen aus dem Motorwagen und Carl Benz provoziert damit auf seiner Probefahrt ein öffentliches Ärgernis, das der herbeieilende Herr Gendarm dann auch prompt mit einer zünftigen Geldbuße ahndet. Eine solche Begebenheit kann vielleicht vorgekommen sein, ist aber nicht überliefert.
Man spürt es aber immer wieder, Die Benzens hatten es damals nicht leicht in Mannheim als sie dem Automobil auf die Räder halfen.
Später dann glaubt Angela Elis sogar Beweise dafür zu haben, dass sich Benz und Daimler doch mindestens zweimal gesehen haben müssen. Weshalb es zu keinem "Smalltalk" kam, lässt sich wohl nur damit erklären, dass sie schließlich Konkurrenten waren. Auch die späteren Jahre in Ladenburg beleuchtet Angela Elis sehr eindrucksvoll. Sie lässt Carl Benz dann allerdings als gebrochenen Mann sterben. Nach den vielen Ehrungen wie die Ehrendoktorwürde, die Badische Staatsmedaille, die Ehrenbürgerschaft der Stadt Ladenburg und viele Ehrenmitgliedschaften, die ihm von Ladenburger Vereinen verliehen wurden, lassen allerdings eher darauf schließen, dass er in seinen späten Jahren aus seinem Ladenburger Alterssitz sehr zufrieden auf der seine Lebensleistung schauen durfte.
Vielleicht ist auch die Sympathiehaltung der Bertha Benz gegenüber den Nazis etwas zu blumig dargestellt. Überliefert sind auch hier ein paar andere Fakten. Die große Ehrung der Benzschen Lebensleistung durch das Monumentaldenkmal im Jahr 1933 in Mannheim war lange vor der "Machtergreifung" geplant. Das die braune Masse sich diese Demonstrations-gelegenheit nicht entgehen ließ, war selbstverständlich es Programm der damaligen Zeit. Die Absage einer Teilnahme von Adolf Hitler wegen Arbeitsüberlastung traf dann auch wie ein Keulenschlag in Mannheim ein. Aus den braunen Kommandozentralen sickerte damals übri-gens dann der tatsächliche Grund durch. Hitler war mit der recht abstrakten Darstellung der Benz Figur auf dem Denkmal nicht einverstanden.
Die ausgewählten Leseabschnitte die Angela Elis den Zuhörern gekonnt vortrug, spiegelten aber eindrucksvoll den Zeitgeist wieder. In vielen Szenen hatte man fast den Eindruck selbst dabei gewesen zu sein.
Angela Elis, geboren und aufgewachsen in Leipzig ist als Fernsehmoderatorin des Wissenschafts- und Zukunftmagazins NANO und verschiedener Sendungen in ARD und ZDF bekannt. Sie studierte Kunstgeschichte und Theologie. Zusammen mit Michael Jürgs war Sie Verfasserin des Buches "Typisch ossi - typisch wesse". Heute lebt Sie mit Ihrer Familie in Freiberg.
Angela Elis Mein Traum ist länger als eine Nacht "wie Bertha Benz Ihren Mann zu Weltruhm fuhr" Erschienen im Hoffmann und Kampe Verlag
ISBN: 978-3-455-50146-9 350 Seiten für 20,00 Euro
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